21 Okt

Präsentationsvorlagen für OpenOffice Impress

\"*\"Open Office ist sicherlich nicht erst seit kurzem eine Alternative zu MS-Office. Das hervorragende Präsentationsmodul von OO verschenkt dabei viel durch die wenigen und hässlichen Vorlagen. Daher hier einige selbstgemachte Vorlagen und eine Anleitung.

Am Anfang steht der Hintergrund

Der Hintergrund von Präsentationen sollte folgende Kriterien erfüllen.

  • Der Hintergrund darf nicht zu unruhig sein
  • … ausreichend Kontrast zum Text ermöglichen
  • … dezente Farbkombinationen enthalten
  • Das Muster darf auch mit einem Beamer bei schlechten Lichtverhältnissen nicht verschwimmen

­\"*\"Benutzer von Ubuntu können sich glücklich schätzen. Dort werden einige brauchbare Vorlagen mitgeliefert. Leider sind die vielen Vorlagen im Netz und auf der OO-Webseite eine Katastrophe. Kackbraune Muster, Pastellfarben oder psychedelische Ornamente erinnern eher an Tapeten aus den Siebzigern.

Ich habe für die Hintergrundvorlagen Inkscape benutzt. Dort muss man vorab in der Dokumenteneinstellungen die Größe der Zeichnung auf 1280×1024 oder 1024×768 einstellen. Bei der Gestaltung sollte man grundsätzlich mit wenigen Elementen arbeiten. Wenn Fotos einsetzt werden sollen, dann können die in den Hintergrund gestellt und mit halbdurchlässigen Elementen abgeschwächt werden. Die Zeichnung wird danach einfach über Datei->Exportieren als PNG mit den richtigen Proportionen exportiert.

Einfügen in die Vorlage

\"*\"Die Seitenvorlage (Master) in OpenOffice bestimmt das Aussehen des Hintergrunds und die Position der einzelnen Elemente. Um diese Vorlage zu bearbeiten, muss man im Menü Ansicht -> Master den Eintrag Folienmaster auswählen. Den Folienhintergrund kann man verändern, indem man im Menü Format den Eintrag Seite wählt und im Dialog Hintergrund einen Hintergrund auswählt. Dort kann man zwischen Farben, Verläufen und Bitmaps (Bildern) wählen. Leider kann man dort keine Bilder hinzufügen. Den zuvor erstellen Hintergrund muss man daher an anderer Stelle importieren. Ohne etwas auszuwählen, klickt man im Menü Format auf den Eintrag Fläche. Dort kann man im Dialog Bitmap das zuvor erstellte Hintergrundbild importieren. Damit unser Hintergrund die gesamte Fläche ausfüllt, muss unter Format->Seite->Hintergrund die Größe relativ angewählt werden und horizontal wie vertikal 100% betragen. Nun hat man einen schönen Hintergrund, der sich der Seite anpasst und nicht mehr verschoben werden kann.

Verschiedene selbsterstellte Vorlagen für Open Office zum Download und zur freien Verwendung.

\".\" vorlagen-oo.zip (ZIP gepacktes Archiv 1.1 MB)

4 Vorlagen im SVG-Format

Damit ihr sofort auch eigene Versuche machen könnt, kommen hier die Vorlagen für die Hintergründe. Ich benutze Inkscape zum Bearbeiten. Xara-Extreme, Corel und Photoshop funktionieren natürlich auch. In Firefox werden die SVG-Dateien direkt angezeigt. Daher müssen sie dort explizit über \“Datei\“->\“Seite speichern unter\“ gespeichert werden. Die SVG-Dateien müssen im Internet-Explorer gegebenenfalls mit einem Rechtsklick auf den Link gespeichert werden.

\"*\"Waves
Ein einfaches Wellen­muster mit Hingucker. Mit Inkscape werden Recktecke in Vektorobjekte umgewandelt und verformt. Die Vorlage kann in der Farbe variiert werden, indem man dem Hintergrund in Inkscape eine andere Farbe gibt.
Vorlage: ­wave­s.svg

\"*\"Eyes
Ich liebe Stahblau schon seit ich klein war. In Verbindung mit Grau ergibt das eine edle Farbkombination. In Inkscape wurden einfach wieder die Oberkanten von Rechtecken verformt und die Objekte gestaffelt.
Vorlage: eyes­.svg

\"*\"Green
Das überschnittene Oval ist sicher Geschmacksfrage. Prinzip der Vorlagen sollte jedoch die einfache Veränderbarkeit sein. So kann zum Beispiel das Muster im Hintergrund durch ein Logo ersetzt werden.
Vorlage: green.svg
Verschiedene Varianten: varianten.zip

\"*\"Mondrian
Auch die rechteckigen Muster sind wieder Geschmacksfrage. In dieser Vorlage habe ich ein Foto einer Tastatur aus www.morguefile.com genommen und als Hintergrund verwendet. Farbe und Anordnung kann leicht verändert werden.
Vorlage: mondrian.svg

Weblinks

 

 

08 Okt

Die Pisa-Lüge – Ein Vergleich macht Kinder krank

Wie im Beitrag über Computerspiele
erwähnt, habe ich den Eindruck, dass unser Schulsystem von den
positiven Experimenten der 70er und 80er abrückt und der gute,
alte Frontalunterricht zum Status Quo wird. Unter Umständen ist der
fatale Missbrauch einer unsinnigen Vergleichsstudie d­ie Ursache. Jedes dritte
Kind berichtet bereits über stressbedingte Kopf- und
Bauchschmerzen.

\"*\"Oops… wir sind nur mittelmäßig

Das „Program for International
Students Assessment” (PISA) hat hierzulande für große
Aufregung gesorgt. Vor allem Politiker, Wirtschaftsvertreter und
Lehrer verfielen in eine regelrechte Euphorie. Jeder wusste die
Zahlen für sich zu nutzen. In einem unsinnigen Wettbewerb der
Bundesländer wurden Lehrpläne weiter aufgebläht,
Eliteschulen erlebten eine Renaissance und die Wirtschaft diktiert
seitdem, welche Erwartungen sie an einen möglichst kompatiblen
Arbeiter hat. Die Opfer dieses Aktionismusses sind Kinder.

Dabei gibt es durchaus Menschen, die
Zweifel an der Seriosität der Daten und ihrer Interpretation
haben. Zu unterschiedlich seien die Stichproben gewesen und eine
Vergleichbarkeit bereits zwischen den Bundesländern nicht
gegeben. Zumindest stärkt das meine Skepsis gegenüber
einigen Tests der Studie. Während andere Länder versucht
haben, die Stärken der Kinder zu \"*\"ermitteln, ging es hierzulande
den Lehrern vermutlich darum, ihre grundsätzlich negative
Einstellung zur derzeit angeblich verblödeten Schülergeneration
zu bestätigen. Das Ergebnis dieses Prozesses zwischen
unbewusster Manipulation und "self-fulfilling prophecy" war dann auch
genau wie erwartet.

Die oben genannte Statistik über
Schulstress stammt aus dem „LBS-Kinderbarometer 2007“. Die Studie
offenbart noch mehr erschreckende Zahlen. Fast 50 Prozent der Schüler
haben eine negative Einstellung gegenüber der Schule. Kein
Wunder, der Druck durch Eltern und Schule ist größer den
je. Und er hinterlässt Spuren. Fast 81 Prozent der Kinder geben
einen guten Job als wichtiges Zukunftsziel an.

Forderungen

  • Es ist ein Unding, dass
    Bundesländer wie Bayern ihr antiquiertes und unmenschliches
    Bildungssystem als Standortvorteil verkaufen. Bildung ist mehr als gespeichertes Wissen und Kinder sind nicht nur „human resources“. Die Kultushoheit der Bundesländer gehört
    daher abschafft.

  • Nicht die Schüler sind
    schlecht, sondern das System. Der niedrige „Human Development
    Index“ Deutschlands ist wahrscheinlich der wichtigste Grund für
    die Mittelmäßigkeit. Im Vergleich zwischen
    Bildungsausgaben und wirtschaftlicher Potenz liegt Deutschland auf
    dem Niveau von Entwicklungsländern.

  • Die Bildungspläne müssen
    ausgemistet werden, damit Raum für Projektarbeit und soziales
    Lernen bleibt. An "Annette von Droste Hülshoff" kann man
    sich schließlich auch noch als Rentner erfreuen.

Abschließend wünsche ich
mir, dass die Schüler hier wie in Frankreich auf die Straße
gehen und den Bildungspolitikern eine deutliche Ansage machen. In Frankreich hat es gewirkt.

Verweise