26 Apr

Briefvorlagen nach DIN für OpenOffice

\"*\"Da es scheinbar Bedarf für OO-Vorlagen gibt und \“OpenOffice\“ selbst keine Briefvorlagen mitliefert, habe ich zwei Vorlagen mit Adressfenster für private und geschäftliche Zwecke entwickelt, die sich sicher leicht anpassen lassen.

Das Problem ist so alt wie Office selbst. Schon unter MS-Word gab es nur einen unbrauchbaren Brief Assistenten. Die Ergebnisse wirkten alles andere als schön. \“Open Office\“ verzichtet seltsamerweise vollkommen auf Vorlagen. Eine eigene Vorlage für Serienbriefe zu entwickeln, die vernünftig aussieht und die Adresse im Sichtfenster von DIN-Umschlägen richtig darstellt, ist kompliziert und nimmt viel Zeit in Anspruch.

Vorlage 1 – Die private\"*\"

Für den privaten Briefverkehr reicht einen einfache Vorlage. Trotzdem sollten alle wesentlichen Informationen enthalten sein. Die Vorlage verwendet den OO-Standardfont \“DejaVus\“ serif und non serif. Außerdem wird Windings benötigt. Eigentlich könnte man einige Felder automatisiert mit den Benutzerangaben aus der Konfiguration darstellen. Aus zwei Gründen habe ich drauf verzichtet Feldbefehle zu verwenden. Erstens tragen die Meisten noch nicht mal ihren Namen in Benutzeroptionen von OO ein. Zweitens wäre die Vorlage auf anderen Rechnern und mit einer anderen Konfigurationen nicht nutzbar. So muss man die Angaben nur einmal austauschen und die Vorlage abspeichern.

\".\"Download: briefpapier-privat.odt

Der ranzige Minderheitenbrowser namens Internet Explorer will \“.odt\“-Dateien als ZIP-Archiv öffnen. Schlimmer noch… der IE will sie partout mit der Endung \“ZIP\“ abspeichern. Benutzer des Internet Explorers ziehen sich bitte die Datei briefvorlagen.zip und entpacken das Archiv auf dem Desktop.

Da man ja nicht nur Briefe schreibt, habe ich noch eine passende Vorlage für Konzepte usw. gebastelt. Download: konzept-privat.odt

Die Schriftvorlagen für den Fließtext und die Überschriften sind so gewählt, dass sie harmonisches Schriftbild ergeben.

Vorlage 2 – Die geschäftliche nach DIN 676

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Geschäftsbriefe benötigen noch eine Zeile mit Angaben zum Vorgang. Die Seitenabstände und Positionen der Elemente sind genormt. Unvollständige Angaben können schnell zu einer Abmahnung führen.

Bei der Vorlage für das fiktive Tauchcenter \“Cowfish\“ muss eigentlich nur das Logo ausgetauscht werden. Als Format für das Logo empfiehlt sich PNG oder SVG.

Ob die Angaben (wie im oberen Beispiel) in die Fußzeile kommen oder rechts neben das Adressfeld stehen, ist Geschmacksfrage.

 

Die Vorlagen anpassen

Wenn Open Office richtig installiert ist, dann müssten sich die Vorlagen direkt aus dem Browser heraus öffnen lassen. Leider sind sie dann manchmal schreibgeschützt. Daher sollte man sie einfach auf dem Desktop abspeichern. Die wesentlichen Elemente sind an der Kopf und Fußzeile verankert, so dass sie auf jeder neuen Seite erscheinen. In allen Vorlagen reicht es, die Schriftvorlagen \“Standard\“ und \“Absender\“ zu verändern um Font und Schriftgröße anzupassen. Die Elemente verschieben sich dadurch nicht. Nachdem die Absenderinfos angepasst wurden, kann man sie zusätzlich noch sperren, um ein versehentliches Verschieben zu verhindern.

\".\" Tipp: Es kann manchmal mühsam sein, die Rahmen richtig zu positionieren. Entweder passt man den Rahmen über das Kontextmenü an, indem man die Werte per Hand eingibt oder man benutzt ALT- und die Cursor-Tasten um die Elemente punktgenau zu verschieben.

Wenn die Vorlage steht, dann muss sie noch abgespeichert werden. Dazu ruft man unter Datei-»Dokumentenvorlage-»speichern einen Dialog auf. Dort gibt man der Vorlage einfach einen Namen und speichert. Danach kann man seine Briefvorlage über Datei-»Neu-»Vorlagen-und-Dokumente aufrufen. Die Vorlagen befinden sich normalerweise im im Ordner \“OpenOffice.org2\“ im Anwenderverzeichnis. Unter Linux im versteckten \“/home/USER/.openoffice.org2/user/template\“. Unter Windows in \“/Dokumente und Einstellungen/USER/Anwendungsdaten/OpenOffice.org2/user/template\“.

Serienbriefe

\"*\"Leider bringt OO zwar eine Datenbank für Bibliografie mit aber keine für Adressen. Unter ubuntu kann man zumindest direkt auf die Adressen von Evolution zugreifen. Das Einrichten einer Datenquelle, die auf ODBC oder MYSQL zugreift, ist auch eher eine Kunst für sich. Hat man die Datenquelle jedoch einmal verfügbar, dann ist das Einfügen von Serienbrief-Feldern allerdings sehr einfach. Mit F4 kann man die Datenquellen sichtbar machen. Dort sucht man die Tabelle mit den Adressdaten. Nun kann man einfach die gewünschten Spalten per \“Drag and Drop\“ an die Position ziehen, an der das Serienbrief-Feld erscheinen soll.

\".\"Weitere Vorlagen für Word, sowie Informationen über DIN Normbriefe und elektronische Rechnungen findet ihr hier.

http://www.anrainer.de/anrainer/downloads.html

20 Apr

Ubuntu Hardy Heron – Besser als Microsoft erlaubt

\"*\"Die Version 8.04 (Hardy Heron) der gebrauchsfertigen Linux Distribution Ubuntu erscheint am 24. April 2008. Schon jetzt ist klar, dass es ein Meilenstein sein wird, der das Fricklerimage von Linux endgültig widerlegt.

Ich arbeite schon seit Jahren fast ausschließlich unter Linux. Windows hole ich nur raus, wenn ich mich mit Computerspielen beschäftigen muss. Das erste brauchbare Desktop-Linux war für mich Debian vor etwa 8 Jahren. Ubuntu baut auf Debian auf und perfektioniert es. Systematisch versucht Ubuntu die Bedienung zu vereinheitlichen und Hürden für Anwender abzubauen.

Installation kinderleicht

Als ich vor ein paar Wochen ein Notebook neu aufsetzen musste, wurde mir wieder klar, dass für den Erfolg von Windows maßgeblich ist, ob das System auf den Rechnern vorinstalliert ist oder nicht. Geschlagene 5 Stunden hat es gedauert, die 15 externen Treiber zu installieren und das System auf den neuesten Stand zu bringen. Dabei waren mindestens 20 Restarts und einige harte Resets notwendig. Veraltete Treiber oder die falsche Reihenfolge bei der Installation treiben jeden Laien zur Verzweiflung. Bei Rechnern, die ich mit Ubuntu aufsetze, sind normalerweise nur 2 Starts notwendig. \“Hardy Heron\“ bringt gebräuchliche aktuelle Treiber mit. Nach der Installation muss man meist nur noch die \“unfreien\“ Treiber (z.B. für ATI- und NVIDIA-Grafikkarten) aktivieren und Auflösung einstellen. Die Zeiten in denen man umständlich einzelne Treiber kompilieren oder Konfigurationsdateien mit dem VI-Editor anpassen musste, sind vorbei.

Bedienung in 20 Minuten

\"*\"Ubuntu wirkt auf den ersten Blick sehr nüchtern. Anders als bei KDE4 von Kubuntu verzichtet Gnome auf aufwendige Effekte und bietet dafür besseren Bedienkomfort und mehr Übersicht. Unter nur 3 Menüpunkten \“Anwendungen\“, \“Orte\“ und \“System\“ sind für den Anwender alle Funktionen des Systems sofort erreichbar. Im Unterschied zu der überfrachteten Startleiste von Windows oder den unübersichtlichen Konfigurationsdialogen von Vista, wirkt hier alles aufgeräumt und übersichtlich. Auch der erstklassige Dateimanager Nautilus ist in puncto Bedienkomfort und Funktionalität unerreicht.

Vista kann einpacken

\"*\"Manche meiner Bekannten finden Ubuntu doof. Nicht etwa weil es schlecht ist, sondern weil dadurch jeder DAU Linux bedienen kann. Freaks denken häufig, man solle erst mal ein System verstehen und mit Shell und CFG-Dateien arbeiten, bevor man würdig ist, einen Computer bedienen. Ich halte das für Quatsch. Im Unterschied zu Vista gängelt Ubuntu die Benutzer nicht, sondern versucht sie durch klare Struktur zu orientieren. Dadurch können sich auch unerfahrene Benutzer langsam emanzipieren. Wenn der normale Benutzer einmal in den Genuss von OpenOffice und Ubuntu gekommen ist, dann wird er sich fragen, warum er gezwungen wird, ein Betriebssystem zu kaufen. Schon jetzt versucht M$ mit Abbo-Modellen und Online-Office die Benutzer mit aller Macht an sich zu binden.

Party in Berlin

Die Version 8.04 ist ein LTS-Branch für den über Jahre hinweg Support garantiert wird. Dementsprechend ausgereift, stabil und aktuell ist die neue Version. Am 26.4. gibt es die Release-Party von ubuntu-Deutschland in Berlin, den ganzen Tag gibt es Workshops und Vorträge.

Ubuntu – Release-Party
c-base e.V.
rungestrasse 20
10179 berlin

www.c-base.org

Schon jetzt könnt ihr euch die Vorabversion von 8.04 von der Ubuntu-Website holen. Ich benutze die Beta seit Wochen. Sie macht einen guten Eindruck und updatet sich automatisch auf das final release.

Ubuntu: www.ubuntu.com

 

08 Apr

Hamas TV vs. Infowars – Das Internet als Propagandaplattform

\"*\"Der eher schlichte Film \“Fitna\“ des holländischen Rechtsextremen Geert Wilders hat vor einiger Zeit für viel Aufregung gesorgt. Es sind unzusammenhängende Dokumente des islamistischen Terrors, die im Vergleich zu den Hassfilmen von Al Kaida eher harmlos wirken. Die durchweg anklagende Machart erzeugt indirekt Hass. Das eigentlich problematische an dem Werk ist jedoch die gezielte Desinformation, die immer häufiger im Internet zu finden ist.

Infowars

\"*\"In letzter Zeit wird das Internet aber immer gezielter für Propaganda missbraucht. Ausgerechnet die \“Free-Speech\“-Aktivisten haben Desinformation zu ihrer Waffe gemacht. Dabei orientieren sie sich an ihren größten Feinden, der amerikanischen Regierung und den Medienkonzernen. Googelt man nach Wörtern wie \“Infowar oder Infokrieg\“ stößt man auf massenhaft Seiten wie www.infokrieg.tv. Dort findet man jede Menge einseitige Infos und Verschwörungstheorien, die über Blogs, Forenbeiträge und Videodokumentation geschickt vermarktet werden.

Ein kurioses Beispiel für diese These ist der Film \“Zeitgeist\“ auf Youtube und Google Video. Dieser versucht unglaublich langatmig zu beweisen, dass das gesamte Christentum eine einzige, 2000 Jahre dauernde Verschwörung zur Unterjochung der Welt ist. Täter sind, neben dem Papst und dem amerikanischen Präsidenten, alle Menschen mit Macht und Einfluss. Der Film gipfelt in der Aussage, dass die Anschläge vom 9.11.2001 nur eine geschickte Inszenierung der US-Regierung waren. Dieser Unsinn ist seit Monaten unter den Top-100 Videos in Google-Video zu finden. Durch massenhaft positive Forenbeiträge und immer neue Version wird der Hype am kochen gehalten. Fast möchte man meinen, eine Sekte oder eine zentral gesteuerte Aktion verbirgt sich dahinter.\"*\"

Kinder brauchen mehr Orientierung

Sind schon Erwachsene anfällig für Pseudoinformation, dann gilt das für Kinder und Jugendliche in besonderem Maße. Das einzige Mittel gegen Desorientierung und Desinformation ist indes ein bewusster und kritischer Umgang mit Medien. Awareness muss man lernen. Schon seit meiner Zeit beim Deutschen Kinderhilfswerk halte ich ein Fach \“Medienkunde\“ ab der 1. Klasse für unerlässlich. Es fehlt in Deutschland leider an geeigneten Materialien und der richtigen Einstellung der Lehrer. Eines der besten Angebote überhaupt sind die Internauten. Das sage ich nicht nur weil ich das Angebot vor einigen Jahren mit sehr engagierten Kollegen von Microsoft und FSM selbst entwickelt habe. Die Internauten bieten Kindern ab 8 Jahren kindgerechte Infos zu allen Sicherheitsthemen im Internet. Die Themen gehen dabei über das übliche \“Achtung vor dem bösen Mann\“-Geschwafel hinaus und befassen sich auch mit Aspekten wie Mobbing, Recht und Netzethik. Dazu gibt es noch einen Medienkoffer mit Unterrichtsmaterial, der auf der Seite bestellt werden kann.

Die Webseite der Internauten: www.internauten.de

In
meinem Inneren bin ich Anarchist. Keine festen Regeln und
Niemand, der sie überwacht. Das Internet scheint auf den ersten Blick
ein solcher Ort zu sein. Im Netz wird häufig der kleinste gemeinsame
Nenner zum
Standard. Alles Andere ist scheinbar erlaubt. Aber auch Anarchie
braucht einen \“common sense\“ darüber, was geduldet wird und ws nicht.
Ansonsten machen Andere die Reglen.

Gibt es Jemand, der mir unabhängig konkrete Informationen zu den Hintergründen von Zeitgeist geben kann? Bitte postet ins Forum.