26 Dez

Defekte Festplatten analysieren mit smartctl

*Fehleranalysen an Computern sind nicht einfach. Ein unwilliges Betriebssystem kann viele Ursachen haben. Gerne wird von Werkstätten die Festplatte getauscht. Mit eine Life CD und dem Linux -Tool smartctl kann jeder selbst die Festplatte testen.

Schon seit einigen Jahren sind IDE- und SATA-Festplatten mit SMART Diagnosefunktionen ausgestattet. Moderne Bios-Versionen unterstützen diese Funktion und zeigen Festplattenfehler bereits beim Einschalten. Eine GParted, Knoppicillin oder Knoppix Life-CD sollte jeder ambitionierte Computernutzer im Schrank haben. Von diesen CDs kann man unabhängig von der Festplatte starten. Sollte die eingelegte CD nicht automatisch booten, dann muss man eine bestimmte Taste drücken, sobald ein Bild (POST-Screen) nach dem Einschalten erscheint oder die Bootreihenfolge im Bios ändern.

Nachdem die Live CD gestartet hat, öffnet man ein Terminal (Shell). Bei Ubuntu findet man diese unter „Anwendungen -> Zubehör -> Terminal“. Um zum Superuser (root) zu werden, gibt man „sudo su“ und return ein. »smartctl« sollte als Befehl verfügbar sein. Wenn nicht, dann kann man ihn nun unter Ubuntu, Debian mit dem Befehl „apt-get install smartmontoools“ nachinstallieren, wenn der Computer eine Internetverbindung hat.

»smartctl« wird (wie alle Konsole-Werkzeuge) über angehängte Befehle bedient. Ein »smartctl -h« zeigt eine Liste der möglichen Funktionen und Beispiele für die Verwendung des Programms. Die Ausgabe erfolgt in englisch.

Linux verwaltet alle Laufwerke alphabetisch „sda“,“sdb“,“sdc“… u.s.w. Die erste Festplatte sollte normalerweise „sda“ sein. Der Befehl »fdisk -l« zeigt alle Festplatten und die darauf befindlichen Partitionen an. Sollte hier das vermeintliche Laufwerk nicht auftauchen, dann kann man sich die weitere Diagnose mit „smartctl“ sparen und andere Fehlerquellen in Betracht ziehen. Die da wären:

  •  Datenkabel oder Stromzuführung sind nicht richtig angeschlossen
  •  Der SATA bzw. IDE-Port ist im Bios ausgeschaltet oder läuft im falschen Modus (Stichwort: Raid)
  • Die Platte ist ernsthaft defekt

Falls notwendig muss ab jetzt das A bei /dev/sda gegen den entsprechenden Buchstaben der Festplatte ausgetauscht werden.

Status anzeigen

Der Festplattenstatus wird über folgenden Befehl abgefragt

  •  smartctl –all /dev/sda

Test starten und analysieren

Zuerst sicher gehen, dass smart eingeschaltet ist

  • smartctl -s on /dev/sda

Danach startet man den Test

  • smartctl -t short on /dev/sda

Nach spätestens 10 Minuten den Test abfragen

  • smartctl -l selftest /dev/sda

Gegen Ende der Ausgabe sollte folgendes stehen.

SMART Self-test log structure revision number 1
Num  Test_Description    Status                  Remaining  LifeTime(hours)  LBA_of_first_error
# 1  Short offline       Completed without error       00%      4970         –

In unserem Beispiel ist die Festplatte in Ordnung. Ein ausführlicher Test „-t long“ bringt mehr Sicherheit, dauert aber auch Stunden.

Bezugsquellen

Unter sourceforge.net/apps/trac/smartmontools/wiki/Download#ListofbootableCDs findet man eine Liste von Life-CDs mit smartctl. Smartlinux (smartlinux.sourceforge.net) passt sogar auf eine 1,4 Zoll Diskette.

Ich benutze keine CD sondern einen Stick, den ich mit dem Ubuntu USB-Startmedien-Ersteller von Ubuntu präpariert habe. Dort kann ich mir bei Bedarf Programme und Virenkiller permanent nachinstallieren. Ein USB-Stick ist in der Regel auch schneller.

Ein Schweizer Taschenmesser für die Analyse von defekten Computern ist auch die „Ultimate Boot CD„.

02 Dez

Das Samsung N510 unter Unbuntu Linux

Das Samsung N510 mit 11,6 Zoll Bildschirm stellt einen optimalen Kompromiss zwischen kleinen Netbooks und Laptops dar. Für mich war jedoch nur eins wichtig. Wie läuft das Samsung ANYNET unter Linux.

Ende November war mal wieder ein neues Notebook fällig. Das Samsung N510 punktet für mich mit folgenden Merkmalen.

  • 11,6 Zoll entspiegeltes Display mit 1366 mal 768 Bildpunkten
  • 1,4 KG mit Akku bei eine Laufzeit von bis zu 5 Stunden
  • 250 GB Festplatte mit vorinstalliertem Windows 7 Personal
  • Nvidia Mobile Grafikkarte mit 512 MB RAM und HDMI

Das Notebook gibt es für 450,- € (500,- € mit 2 GB RAM). Vergleichbare Notebooks von Lenovo sind sicher hochwertiger aber mit knapp 2000,- € auch deutlich teurer.

Technisches

Es gibt vom Samsung N510 verschieden Varianten. Die Ältere mit 160 GB HD und Vista hat einen Maxwell Wlan Chipsatz, der von Linux nativ unterstützt wird. Die Windows 7 Variante hat einen Realtek  8192 Wlan Chip, der erst ab Kernel 2.6.32 unterstützt wird. Kernel 2.6.32 befindet sich noch in der Beta Phase.

Für alle, die ein Samsung N510 mit realtek 8192e haben, habe ich mal ein
Paket aus dem neusten Treiber aus kernel 2.6 staging, der Firmware und
einem install Script gemacht.

http://www.dirk-hoeschen.de/temp/rtl819Xe.tar.gz

Einfach nur entpacken und das install.sh script aufrufen.

Wer will, der kann sich einen „SNAPSHOT“ mit dem neusten Treiber hier holen:

http://git.kernel.org/?p=linux/kernel/git/torvalds/linux-2.6.git;a=tree;f=drivers/staging/rtl8192e;hb=aa021baa3295fa6e3f367d80f8955dd5176656eb

Einfach über die Dateien im Archiv kopieren.

Soweit ich das beurteilen kann, läuft der Treiber schnell und stabil. WPA und Standby sind kein Problem.

Fazit

Das N510 läuft unter Linux problemlos. Vorausgesetzt man kann auf einige Sondertasten verzichten oder ist in der Lage sich einen eigenen Kernel zu bauen.

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